2018 Britisch Marathon

WSV-Kanuten überzeugen bei den Britischen Marathon-Meisterschaften

Lasse Lausberg erringt Bronze auf der „Insel“

Der Wassersportverein Rheine (WSV) ist jüngst der Einladung des Britischen Kanuverbandes gefolgt, um an den Britischen Marathonmeisterschaften im Schatten von Windsor Castle in Reading auf der Themse teilzunehmen.  So reiste eine kleine Rennmannschaft, bestehend aus Jasper Nienhaus, Lasse Lausberg, Christian Lüttmann, Matthias Akamp und Stefan Fiekers mit ihren Trainern Carsten Lausberg und Reinhard Ross, über den Ärmelkanal auf die Insel. 


Nach zehnstündiger Fahrt gab es eine herzliche Begrüßung am dortigen Reading Canu Club, waren sie doch das erste deutsche Team, das am Wettkampf teilnahm. Die Fahrt diente dazu, Erfahrungen zu sammeln und, wie bei Lasse Lausberg, das bisherige Training im Hinblick auf die Marathon-Weltmeisterschaft im September in Portugal zu überprüfen.

Der erst zwölfjährige Jasper Nienhaus gab in Großbritannien sein internationales Marathondebüt. „Er war sichtlich nervös vorm Start, kam aber dann gut mit der neuen Umgebung zurecht“, verriet Reinhard Ross. Beeindruckt von der Größe der gesamten Veranstaltung mit mehr als 1000 Booten in allen Bootsklassen stellte Nienhaus sich aber der Herausforderung eines Starterfeldes mit 20 Konkurrenten seiner Altersklasse AK 12. Für sie galt es, eine Distanz von acht Kilometern ohne Portage zu paddeln. Mit einem beachtlichen siebten Platz war er am Ende gut zufrieden. „Er hat gemerkt, dass die Zwölfjährigen in England auch schnell paddeln können“, schmunzelte Ross. „Ihm fehlte sicherlich hier und da noch die Erfahrung, aber wir haben die einzelnen Bereiche später besprochen“, ist er im Hinblick auf die Zukunft zuversichtlich. Er freue sich schon auf die nächsten Wettkämpfe.

 

Mehr Routine im internationalen Wettkampf hatten die älteren Fahrer des WSV. In der Altersklasse Junioren ging Lasse Lausberg an den Start, der vor vier Wochen bereits in Dänemark gefahren war. Nun stellte er sich der britischen Konkurrenz und sicherte sich in einem spannenden Rennen über 20 Kilometer die Bronzemedaille. „Am Ende fehlte ihm auf Platz zwei nur eine Sekunde“, bedauerte Carsten Lausberg. Dennoch waren beide Trainer mit seinem Abschneiden sehr zufrieden, hatte der 18-Jährige in Portugal beim Weltcup noch sechs Minuten Rückstand auf den besten Briten, so war es jetzt nur noch eine.

Christian Lüttmann startete in der Altersklasse U23 und musste sich über 24 Kilometern einer harten Konkurrenz stellen. Für die britischen Kanuten ging es hier nämlich um die WM-Qualifikation, so dass sein Platz 18 im 25 Starter umfassenden Feld durchaus im Rahmen seiner Möglichkeiten war und er einen Erfolg für sich und seinen Verein verbuchte.

In der Herren-Leistungsklasse war eine Distanz von 29 Kilometern zu bewältigen. Auch hier ging es für die Briten um die WM-Teilnahme, so dass sich der achte Platz für Matthias Akamp und der zehnte Platz für Stefan Fiekers als sehr respektabel herausstellte, wie Ross und Lausberg betonten. „Die ‚alten’ Hasen haben es allen gezeigt – Matthias versetzte seine Konkurrenz in Staunen und auch Stefan übertraf seine Erwartungen“, meinten die Beiden. Ein Wiedersehen gab es mit Leonard Wolf, der zur Zeit in London wohnt und arbeitet. Er hat früher selber erfolgreich beim WSV gepaddelt und besuchte das WSV-Team im nahen Reading.

Das gesamte Abschneiden der Rheiner Kanuten war so gut, dass nicht nur die WSV-Trainer sehr zufrieden waren. „Der britische Kanuverband hat uns schon jetzt eine handverlesene Einladung ausgesprochen“, verriet Lausberg. Auch wird er im kommenden Jahr in Rheine starten, wo erstmals  beim WSV ein Teil der World Series ausgetragen wird (die MV berichtete), und somit das Starterfeld aufwerten.