2019 Jugendaustausch

„Aus der Geschichte für die Zukunft lernen!“
Kanujugend des WSV Rheine startete zum Jugendaustausch nach Frankreich

Zum Gegenbesuch im Rahmen eines deutsch-französischen Jugendaustausches ist jetzt die Kanujugend des Wassersportvereins Rheine (WSV) mit seinem Ersten Vorsitzenden Markus Droste, seinem Geschäftsführer Carsten Lausberg und Rennsportwart Reinhard Roß, aufgebrochen. Ziel war die Stadt Arras im Norden Frankreichs, die sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg Schauplatz deutsch-französischer Auseinandersetzungen war. „Wir wollten über den Sport Brücken bauen und den Austausch vom Oktober vergangenen Jahres, als ein Team des ASL Arras bei uns zu Gast war, fortführen“, nannte Markus Droste die Beweggründe dieser Fahrt.

Nach einer freundlichen Begrüßung bezog die Gruppe ihre Unterkunft im Wassersportzentrum von Saint-Laurent-Blangy. Der erste Tag diente der Orientierung in Arras; so schauten sich die Kanuten die Gebäude an und erklommen den Belfried, den 75 Meter hohen Turm des historischen Rathauses, der einen tollen Ausblick über Arras und die Umgebung bot. Auch die Kathedrale Saint-Vasst stand auf dem Programm. Alle Gebäude, auch die in der Umgebung, wurden im Ersten Weltkrieg zerstört und wieder aufgebaut. „Auch das gesamte Clubgelände war vom Krieg gezeichnet“, erzählte Reinhard Ross. „Die damalige Frontlinie ging nämlich direkt durch den Ort.“ Die Aufnahmen von damals sind nach dem Wiederaufbau im Clubhaus ausgestellt und wurden von den WSVern ausgewertet.
Zusätzlich standen einige andere Besichtigungen von Gedenkstätten an, wie beispielsweise das Canadian National Vimy Memorial. Besonders beeindruckend war die internationale Gedenkstätte von Notre-Dame-de-Lorette. Am Jahrestag des Waffenstillstandes von 1918 wurde es 2014 vom damaligen Präsidenten François Hollande eröffnet mit den Namen von fast 580 000 in Nordfrankreich Gefallenen.

Die Truppe erkundete die Umgebung auch mit dem Boot – selbstverständlich in gemischten Bootsbesatzungen mit den französischen Jugendlichen.
Der nächste Tag stand ganz im Zeichen von Teambuilding. „Wir haben wieder gemischte Teams gebildet, um im Wildwasserkanal, der um das Clubhaus gebaut wurde, die schwierigen Passagen im Boot zu meistern“, erläuterte Carsten Lausberg die vertrauensbildende Maßnahme.

Wiedergetroffen haben die Jugendlichen aus Rheine dann die Franzosen, die im Oktober beim WSV zu Gast waren. Bei einem Barbecue tauschten sie ihre Erfahrungen aus – die sprachlichen Schwierigkeiten haben beide Seiten ganz gut bewältigt. „Unsere Kanuten haben für diesen Abend extra T-Shirts designt, wie sie sich Frankreich vorstellen“, meinte Reinhard Ross.

Ein Höhepunkt der Fahrt war sicherlich der Besuch der Hauptstadt Paris. Der stand allerdings unter keinem guten Stern, hatte doch die Kathedrale Notre Dame zwei Tage zuvor lichterloh gebrannt. „Wir haben in unserer Gruppe sofort für den Wiederaufbau gesammelt und dem Ersten Vorsitzenden des ASL Arras, Olivere Bayle, übergeben, der uns spontan zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris eingeladen hat“, schmunzelte Markus Droste.

Die  Reisegruppe vom WSV vor dem Canadian National Vimy Memorial

Dieser Austausch zwischen Arras und Rheine geht bereits im Mai weiter. „Dann kommen Sportler zum Kanu-Marathon, der bei uns am 11. und 12. Mai stattfindet“, blickt Reinhard Ross in die nahe Zukunft. Und eine Einladung für Oktober sei auch schon ausgesprochen.