Auf Nostalgietour von Salzbergen bis Haren mit Kanu und Zelt
Rheine. Zu einer besonderen Kanutour brachen jetzt Kanutinnen und Kanuten des Wassersportvereins Rheine auf, galt es doch, die Ems mit Boot und Zelt zu befahren.
Im WSV-Jargon wird sie Nostalgietour genannt, da auf dem mitgeführten Kocher Heißgetränke und einfache Speisen zubereitet werden.
Gestartet ist die Gruppe wegen des Niedrigwassers in Salzbergen; schnell waren die Boote beladen, denn da hatten alle Teilnehmer schon Routine. Nach zwei Stunden, passend zur Mittagszeit, war die Schleuse in Listrup erreicht. Hier entschied man sich für den Landtransport per Bootswagen, den jeder als Decklast dabei hatte, um so das Hindernis zu umfahren; zudem war der Fußweg nebenbei ein angenehmer Wechsel der Bewegungsform.
Auf die gleiche Weise überwanden sie das Wehr in Hanekenfähr. Ab hier verläuft die Ems bis Meppen parallel zum Dortmund-Ems-Kanal, dem sie einen Teil Wasser zugeführt hat. Doch bis zum Bootshaus des KC Lingen galt es, noch einige Flachpassagen zu überwinden. Das ist jedoch kein Problem für die geübten WSVer, denn sie können ja das „Wasser lesen“.
Nach einer ruhigen Nacht im Zelt spürten einige schon die 36 Kilometer des Tages in den Armen. Die Zelte konnten glücklicherweise trocken wieder verstaut werden. Drei Hindernisse galt es bis Meppen zu überwinden, kleine Wehre, die teilweise mit Steganlagen ein bequemes Umtragen ermöglichen. Einfach war jedoch nicht die erste Steinschütte, die sonst immer befahrbar war, aber dieses Mal musste aufgrund von Wasserstand und Tiefgang der beladenen Boote getreidelt werden. Das bedeutet, die Boote an einer langen Leine durch das Hindernis zu führen.
Ab Dalum waren die Ufer flacher, Rinder und Kälber grasten und nutzten den Fluss als Tränke; ein typisch emsländisches Bild in Abwechslung mit Wacholderhainen.
Leider pustete der stark auffrischende Wind den Rheinensern kräftig ins Gesicht und zehrte Energien auf. Bis Meppen prägten dann Sandbänke und weiterhin flache Ufer - bis auf die Sanddüne bei Rühle - das Uferbild. Zwei Erdölpumpen in Betrieb, im Volksmund Nickerchen genannt, zeugen noch von den Bodenschätzen im Emsland.
In Meppen ging es noch 500 Meter durch den Dortmund-Ems-Kanal bis zur Mündung der Hase, wo beim Ruderverein WSV Meppen die nächste Zeltstation war und WSVer die großzügige Gastfreundschaft des Vereins erlebten.
Auch auf der letzten Etappe nach Haren war der Wind wieder ein ständiger Begleiter, vor allem, als der Emslanddom, die Kuppel der Harener Kirche, einfach nicht näher zu kommen schien. Doch am Haren-Rüterbrock-Kanal hatte der Härtetest ein Ende und man zog die Boote im Schatten des Museumsdampfers, der dort an Land aufgebockt liegt, aus dem Wasser und belohnte sich mit einer Portion Eis im malerischen Ort.

Bildzeile 1: Auf Nostalgietour die Ems entlang von Salzbergen nach Haren.

Bildzeile 2: Mit einem Bootswagen ist das Umtragen der Boote nur halb so schwer




